Sonntagsfrühstück, 5. Oktober

Einen wunderschönen guten Morgen!

Man kann ihn schon riechen – es ist der Duft nach nassem Laub, nach Moos, Erde und Pilzen. Man kann ihn schon spüren – morgens ist es empfindlich kalt. Jetzt ist er endgültig da, der Herbst. Er ist auch schon sichtbar – auch wenn viele Bäume nur langsam in die herbstlichen Farben eintauchen.

 

Fragt man im Freundeskreis nach ihrer liebsten Jahreszeit, schneidet der Herbst nicht besonders gut ab, rangiert sogar weit hinter Sommer und Frühling. Warum eigentlich? Die Herbstzeit ist schließlich die Zeit der Ernte und Fülle, er ist bunt, abwechslungsreich und bietet nach den heißen Augusttagen frische Luft zum Durchatmen. Die Natur im Wandel der Jahreszeiten zu erleben ist immer wieder aufs Neue faszinierend. Sobald die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, bereiten sich Pflanzen und Tiere auf den Winter vor. Zugvögel sammeln sich und treten ihre Reise in den Süden an. Schon jetzt ist das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper und sie beginnen ihr Winternest zu bauen. Ihr bevorzugtes Winterquartier suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad und es besteht aus einem Haufen totem Holz, Laub und Reisig. Konnte gestern schon den ersten Igel in meinem Garten sehen, doch leider war ich für ein Foto viel zu langsam.

Im Frühjahr ist die Natur im Aufbruch, im Herbst dagegen zieht sie sich zurück, was aber nicht bedeutet, dass der Herbst nicht schön ist. Die Farben den Herbst bietet eine schöne Kulisse für Spaziergänge, sorgt für jede Menge Fotomotive und bei Sonnenschein leuchtet der Wald besonders herrlich. Man muss nur aufmerksam hinsehen. Die kältere Jahreszeit macht auch Lust auf herzhafte und bodenständige Herbstgerichte und Liebhaber der saisonalen Küche freuen sich auf Kürbis, deftige Eintöpfe, Wildgerichte, Schwammerl, Zwiebelkuchen oder einen Bratapfel. Im Herbst ist am Kürbis kein Vorbeikommen – und das ist auch gut so. Das Gemüse ist in Form, Farbe und Geschmack so vielfältig und einfach immer lecker, ganz gleich ob als Suppe, Beilage oder Hauptgericht. Letzte Woche gab es einen Familienrat und jeder musste ein Gericht nennen, was er sich im Herbst besonders wünscht. Und was soll ich sagen, es wurde eine DIN A4 Seite, voll mit Köstlichkeiten und noch ist offen mit welchem Gericht wir beginnen. Fest steht nur am Kirchweih-Sonntag steht Ente mit Blaukraut und Knödel auf dem Speiseplan 🙂 da wird sich das kleine Wohlstandbäuchlein freuen, was aber nichts macht, denn die neue Herbstmode fällt eh locker über die Hüften 🙂

 

Herbst heißt aber auch: Loslassen, den so wie die Bäume ihre Blätter verlieren, um im Frühling wieder neu zu erblühen, müssen auch wir Ballast loswerden. Das kann eine Freundschaft sein oder der volle Kleiderschrank der eine ordentliche Entrümpelung braucht. Vielen fällt es schwer sich von Altlasten zu trennen (mir natürlich auch), selbst wenn die Dinge kaputt, wertlos oder unbrauchbar sind. Wer nie loslässt, schafft auch keinen Platz für Neues und man bleibt im alten Sumpf stecken. Auch wenn es nicht immer leichtfällt – Veränderungen sind gut für uns.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag!